Sonderklasse oder Selbstzahler: Was kostet eine Hüft- oder Knieprothese im Sanatorium Hera?

zuletzt aktualisiert am 5. Oktober 2026

Kurz gesagt: Für Selbstzahler und Patienten mit privater Zusatzversicherung gibt es im Sanatorium Hera zwei klar geregelte Abrechnungswege: Als Selbstzahler zahlen Sie eine feste Pauschale von aktuell 10.382 €. Mit privater Zusatzversicherung (Sonderklasse) zahlen Sie nichts selbst – das Sanatorium Hera rechnet direkt mit Ihrer Versicherung ab.

Vielen Patienten, die über eine Hüft- oder Knieprothese nachdenken, stellt sich früh eine ganz praktische Frage: Was kostet das eigentlich, und wie läuft die Abrechnung ab? Diese Frage ist berechtigt und verdient eine klare, verständliche Antwort.

„Viele Patientinnen und Patienten haben das Gefühl, es wäre unangebracht, nach dem Preis zu fragen. Ist es nicht. Ich beantworte Ihnen diese Frage genauso offen wie jede medizinische.“

Zwei Wege: Selbstzahler oder Sonderklasse mit Zusatzversicherung

Welcher Abrechnungsweg für Sie gilt, hängt davon ab, ob Sie eine private Zusatzversicherung (Sonderklasse-Versicherung) haben oder nicht. Beide Wege führen im Sanatorium Hera zur gleichen Behandlung – sie unterscheiden sich nur darin, wer die Kosten trägt und wie abgerechnet wird.

Option 1: Selbstzahler – die Pauschale

Ohne private Zusatzversicherung tragen Sie die Kosten der Operation selbst – allerdings nicht in Form einzeln abgerechneter Einzelposten, sondern als eine vom Sanatorium Hera einheitlich festgelegte Pauschale. Aktuell liegt diese bei 10.382 € und deckt die Operation inklusive Implantat, Anästhesie und stationärem Aufenthalt vollständig ab – es kommen keine versteckten Zusatzkosten hinzu.

Eine genaue Aufschlüsselung, was im Einzelnen enthalten ist, und die jeweils aktuelle Pauschale finden Sie auf meiner Kosten-Seite.

Option 2: Sonderklasse mit Zusatzversicherung – Direktverrechnung

Verfügen Sie über eine private Zusatzversicherung (Sonderklasse), zahlen Sie die oben genannte Pauschale nicht selbst und gehen auch nicht in Vorleistung. Das Sanatorium Hera rechnet in diesem Fall direkt mit Ihrer Versicherung ab (Direktverrechnung), und zwar nach dem zwischen Versicherung und Sanatorium Hera vereinbarten Tarif – nicht nach der Selbstzahler-Pauschale. Mit folgenden Versicherungen besteht eine solche Direktverrechnungsvereinbarung:

  • Wiener Städtische
  • UNIQA
  • Generali
  • Merkur
  • Wiener Allianz
  • Cigna
  • Allianz Worldwide

Sie benötigen hierfür lediglich Ihren Versicherungsnachweis und die schriftliche Kostenübernahmeerklärung Ihrer Versicherung.

Was leistet eine Sonderklasse-Zusatzversicherung eigentlich?

Eine Sonderklasse-Zusatzversicherung ergänzt Ihre gesetzliche Krankenversicherung um Leistungen im privaten Bereich. Dazu zählen in der Regel:

  • die freie Wahl des Operateurs
  • die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer
  • die direkte Terminabstimmung mit mir als Ihrem gewählten Operateur

Ob sich eine solche Zusatzversicherung für Sie lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihren Prioritäten ab. Das ist eine individuelle Entscheidung, die ich an dieser Stelle nicht bewerten möchte.

„Ob mit oder ohne Zusatzversicherung – das spielt für mich am Anfang eines Gesprächs keine Rolle. Zuerst schauen wir uns an, was medizinisch sinnvoll ist. Über die Kosten reden wir danach, genauso offen.“

Mein Fazit

Die Kosten einer Hüft- oder Knieprothesen-Operation sind für mich kein Tabuthema, und das sollten sie auch für Sie nicht sein. Im Sanatorium Hera ist der Weg klar geregelt: als Selbstzahler mit einer nachvollziehbaren Pauschale, mit Sonderklasse-Zusatzversicherung über eine unkomplizierte Direktverrechnung. Was für Sie zutrifft und was es konkret bedeutet, bespreche ich gerne direkt mit Ihnen.

Fachbegriffe einfach erklärt

Was bedeutet konservative Therapie?2026-09-23T20:44:35+01:00

Als konservative Therapie werden alle Behandlungsmaßnahmen bezeichnet, die ohne Operation auskommen. Beim Kniegelenk gehören dazu unter anderem Bewegungs- und Physiotherapie, die Anpassung von Belastung und Bewegung, Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht, entzündungshemmende Schmerzmittel sowie gezielte Injektionen. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Befund, Beschwerden und Lebenssituation ab – eine feste Reihenfolge, die jeder Patient durchlaufen muss, gibt es nicht. Entscheidend ist, ob eine individuell passende konservative Behandlung zu einer ausreichenden Verbesserung geführt hat.

Was ist eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP)?2026-09-30T11:07:44+01:00

Bei einer Hüft-Totalendoprothese werden sowohl die Hüftpfanne als auch der Hüftkopf durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Sie kommt bei fortgeschrittener Coxarthrose zum Einsatz, wenn eine ausreichende Besserung durch konservative Behandlung nicht mehr erreicht werden kann. Die umgebenden Muskeln, Sehnen und Bänder bleiben dabei so weit wie möglich erhalten – ersetzt werden nur die verschlissenen Gelenkflächen selbst. Die Abkürzung TEP steht für Totalendoprothese.

Was ist eine Kurzschaft-Prothese?2026-09-30T11:12:16+01:00

Bei einer Kurzschaft-Prothese wird ein verkürzter Prothesenschaft im Oberschenkelknochen verankert, wodurch mehr vom eigenen Knochen erhalten bleibt als bei einem Standardschaft. Diese Bauweise kommt vor allem bei jüngeren, aktiven Patienten mit guter Knochenqualität infrage: Sie ist knochensparender und lässt im Fall einer späteren Wechseloperation mehr Optionen offen. Ob eine Kurzschaft-Prothese im Einzelfall geeignet ist, hängt von der individuellen Knochenanatomie und -qualität ab.

Was ist der vordere Zugang (AMIS)?2026-09-30T11:11:25+01:00

AMIS steht für „Anterior Minimally Invasive Surgery“ und bezeichnet einen vorderen, minimal-invasiven Zugang zum Hüftgelenk. Dabei wird das Gelenk zwischen zwei Muskelgruppen hindurch erreicht, ohne Muskulatur zu durchtrennen (intermuskulär und internerval). Das kann in geeigneten Fällen zu einer rascheren Mobilisierung nach der Operation beitragen. Wie bei jedem OP-Zugang gibt es auch hier Vor- und Nachteile, und nicht jede anatomische Situation eignet sich gleich gut dafür – ob der vordere Zugang für Sie geeignet ist, wird individuell beurteilt.

Was ist eine Hyaluronsäure-Therapie?2026-09-30T11:13:40+01:00

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie sorgt dafür, dass die Gelenkflächen gut gleiten, und wirkt wie ein Stoßdämpfer. Bei einer Arthrose sinken Menge und Qualität der Hyaluronsäure im Gelenk. Bei der Hyaluronsäure-Therapie wird sie deshalb direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Je nach Präparat erhalten Sie eine einzelne Injektion oder eine Serie von mehreren Injektionen. Die Hyaluronsäure-Therapie zählt zu den konservativen, also nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten und wird vor allem bei leichter bis mittelgradiger Hüftgelenksarthrose eingesetzt. Ob die Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, wird individuell im Rahmen der Befundbesprechung beurteilt.

Was bedeutet zementierte bzw. zementfreie Verankerung?2026-09-30T11:08:24+01:00

Eine Hüftprothese kann auf zwei Arten im Knochen verankert werden: zementiert, also mit Hilfe von Knochenzement, oder zementfrei, wobei das Implantat direkt in den Knochen einwächst. Welche Verankerungsart geeignet ist, hängt vor allem von der Knochenqualität und dem Alter ab – bei guter Knochenqualität wird häufig zementfrei versorgt, bei verminderter Knochendichte eher zementiert oder in einer Kombination beider Verfahren. Auch Mischformen sind möglich. Die Entscheidung wird individuell anhand der Röntgen- und Knochenbefunde getroffen.

Was bedeutet minimal-invasiver Zugang?2026-09-30T11:10:12+01:00

Als minimal-invasiv werden OP-Zugänge bezeichnet, die mit kleineren Schnitten und einer schonenderen Gewebepräparation arbeiten als klassische Zugänge. Ziel ist es, Muskulatur und umgebende Strukturen möglichst zu erhalten. Es gibt mehrere minimal-invasive Zugangswege zum Hüftgelenk; ob ein solcher Zugang im Einzelfall geeignet ist, hängt von den anatomischen Voraussetzungen und der individuellen Situation ab.

Was ist eine ACP-Therapie?2026-09-23T20:48:14+01:00

ACP steht für „autologes conditioniertes Plasma“. Dabei wird Ihnen Blut abgenommen, aufbereitet und der gewonnene Eigenblutanteil in das betroffene Gelenk injiziert. Die ACP-Therapie zählt zu den konservativen, also nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten und wird bei Kniegelenksarthrose eingesetzt. Ob sie in Ihrem Fall geeignet ist, wird individuell im Rahmen der Befundbesprechung beurteilt.

Was ist eine Coxarthrose?2026-09-30T11:06:53+01:00

Coxarthrose ist der medizinische Fachbegriff für den Gelenkverschleiß im Hüftgelenk. Der Gelenkknorpel, der die Gelenkflächen von Hüftkopf und Hüftpfanne überzieht, wird dabei dünner und kann mit der Zeit weitgehend verloren gehen; zusätzlich verändern sich Knochen und andere Gelenkstrukturen, häufig mit zunehmender Einsteifung des Gelenks. Wie ausgeprägt die Coxarthrose ist, zeigt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenks im Stehen. Wichtig zu wissen: Das Ausmaß der Arthrose im Röntgenbild sagt nur begrenzt etwas darüber aus, wie stark die Beschwerden tatsächlich sind.

admin

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezialist für Knie und Hüfte

Wann ist eine persönliche Beurteilung sinnvoll?

Wenn Sie unsicher sind, welche Behandlung für Ihre Beschwerden die richtige ist, lohnt sich ein persönliches Gespräch in meiner Ordination in Wien. Dort können wir Beschwerden, klinische Untersuchung, vorhandene Röntgenbilder und bisherige Behandlungen gemeinsam beurteilen und die verschiedenen Möglichkeiten besprechen.

Weiterführende Artikel

Go to Top